Die TECHNOFAKTUR

Hintergründe und Funktionsweise (techofaktur auf dem Open Source Festival 13):

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Allgemein definiert man eine Technofaktur als einen Kleinbetrieb, der mit computergestützten Technologien, aber nach Manufaktur-Strategien verfährt. Entworfen werden “virtuelle Produkte”, welche zunächst nur als Daten bestehen, und die sich somit unabhängig von Produktionsstätten realisieren lassen.

Diese “TECHNOFAKTUR” ist speziell für einen Herstellungsprozess kreiert worden, in dem “Dauer” konzeptioneller Bestandteil eines Kunstwerkes ist: Die CNC-Fräsmaschine ist zusätzlich mit einem optischen Tonabnehmer erweitert worden: Die Kontur, die aus einer Schallplatte ausgefräst wird, dient dem optischen Tonabnehmer ebenfalls als Pfad, der eine weitere Schallplatte abtastet und den Klang aufzeichnet.

Wie klingt es, wenn man eine Vinyl-Platte mit einem Laser-Pointer abtastet?
Wie klingt es wenn man nicht an die Grooves der Platte gebunden ist, sondern frei über die Platte fahren kann?
// Ein heftiges Rauschen, wenn der PickUp quer über mehrere Rillen fährt
// Klare Klänge, wenn das Licht für eine kurze Dauer die Rillen optimal trifft

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Die “Produkte” dieses Herstellungsprozesses sind:
// In Form geschnittene Schallplatten
// und ihr klangliches Pendant als digitales Sound-Archiv

Vinyl-Schallplatten: Insgesamt ca. 6.000 Techno-Platten // Die Anfänge der CNC-Maschine: Ein Bausatz.

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Die Holz-Konstruktion der CNC-Fräse wurde hauptsächlich verleimt.

Linear-Führungen, Trapez-Gewinde und Kugelumlaufspindeln für die 3-Achsen wurden verschraubt.

Die Halterung für die Fräse: Der “Z-Wagen”

Der “Rohbau” der CNC-Holzfräse: ohne Elekronik und Steuerung.

Der Schaltkasten für die Steuerung der 3 Motoren.

Gesteuert wird die Maschine mit Mach3.

Ein Mach3-PlugIn ermöglicht es, ein Joypad als “Steuerrad” zu nutzen.

Die ersten Tests.

In einer Skulptur werden diese einzelnen Schichten – nach dem Lagen-Prinzip des 3D-Drucks – so übereinander geschichtet, dass sich ein Volumenkörper ergibt. Zusätzlich zu der visuellen Erscheinung des Objekts, sind die Kanten als Klang hörbar! Die Bestimmung der Klangsamples bzw. welche Klanginformationen abgetastet und archiviert werden, unterliegt dabei keiner klanglichen Ordnung, sondern die Konturen der Schnittebenen geben die Form vor.

Dadurch, dass man den Klang sukzessiv in der Zeit wahrnimmt, vermittelt sich ein Objekt mit einer Zeitlogik, die sich von der üblichen Zeitlogik von Objekten unterscheidet. Gleichzeitig wird man für die chronologische Zeitlogik von 3D-gedruckten Objekten sensibilisiert.

Die ersten Schnitt-Formen übereinander geschichtet.

Die Schnitt-Dauer pro Form beträgt zwischen 60 und 120 Sekunden.

Die Anordnung: Vorne der Fräskopf, hinten der “Plattenteller”.

Als CNC-Fräse schon einsatzbereit! // Die ersten Experimente für den optischen Tonabnehmer…

…Laser-Pointer + Linsen + Spiegel + Fototransistor + Audioausgang + 9 Volt-Batterie + zoomH2.

Die “simple” Methode, die Reflektion der Rillen hörbar zu machen, bringt gute Ergebnisse.

Der Fototransistor.

Die Montage am “Z-Wagen” der Fräse überträgt den Fahrweg nahezu perfekt.

Topview: Ein CNC-Turntable?


Links zu CNC-Holzrfaese.de (Bausatz)


Künstlerische und Wissenschaftliche Projekte:
Das Irene-Project: 130 Jahre alter Klang
The Edison-Effect by Paul DeMarinis
Schallplatten-Schaschlick von Nam-June Paik