Wenn das Erzählen gleich dem Erzählten ist, oder das Erzählte das Erzählen erst konstruiert und somit sich selbst konstruiert – dann spricht man vom „Mise en abyme“.

Klassischer Weise ist dies das „Bild“ „im Bild“. Doch wenn das  „im Bild“ das „Bild“ wieder (re)konstruiert gelangt man schnell zu der Frage, was war der Ursprung? Oder kann man den Ursprung wieder aus der Kette bzw. aus dem Kreislauf lösen und somit unterbrechen? Oder würde dies „das Ganze an sich“ einstürzen lassen?Interessant und echt verwirrend wird es dann, wenn es sich nicht um Bild und Abbild oder Foto im Foto handelt, sondern um Themen wie
„Authentizität“ in der „Wahrheit“,   „Verantwortung“ in der „Manipulation“, „Information“ in den „Medien“. Eine beliebige Kombination der Begriffe ist hier zu wählen.Ist die Wahrheit in der Wahrheit dann ein Lüge? Wenn in einer authentischen Darstellung die Authentizität behandelt wird, ist die Rahmen-Authentizität nicht wieder eine Fiktion?

Wieso ich die Frage in den Raum stelle?
Ich hatte Geld für neun Kopien übrig und eine Viertelstunde  Zeit. Da habe ich meine Hand kopiert. Die Kopie kopiert. Die kopierte Kopie wieder kopiert. Diesmal mit einer „echten“ Hand. Oder war es die erste Kopie der Hand? Die bereits dreimal kopierte Kopie kopierte ich wieder mit einer sogenannten wirklichen Hand. Wie man es ja auch eindeutig sehen kann. Oder nicht? Hatte ich überhaupt eine echte Hand kopiert? Oder hatte ich nur eine Fehlkopie meines unbekannten Vorkopierers missbraucht?„Literature is invention. Fiction is fiction. To call a story a true story is an insult to both art and truth. Every great writer is a great deceiver, but so is the arch-deceiver Nature. The writer of fiction only follows Nature’s lead.”
// Vladimir Nabokov

“Die Wahrheit ist eine Erfindung des Lügners.”
// Heinz von Foerster